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Ich beuge
mich zu Marlo herunter, streichele sein Köpfchen. „Guten Morgen mein
Kleiner, komm wir gehen.“ Er schaut missmutig unter seinen schwarzen Wuschelhaaren
hervor und sagt knurrig: “...wird auch langsam Zeit.“
Ich rutsche vor Schreck auf mein
geschundenes Hinterteil, welches mit dem Glatteis Bekanntschaft gemacht
hat. Es war gestern ein Glas Rotwein, da sieht man nicht einmal weiße
Mäuse. Wieso spricht Marlo?
Ich rappele mich hoch. Lege mein
Fellkind an die Leine und wir gehen hinaus in die frische Winterluft. |
Nach einigen Metern bleibt Marlo
bockig stehen, für mich sehr deutlich zu verstehen: “Diesen Weg gehst
du doch für mich, oder? Lass mir Zeit, es gibt so viele Informationen.
Immer dein Brauseschritt. Das wollte ich dir schon lange mal sagen.“ Der
„Schwatte“ schaut schlecht gelaunt.
Hundehalter sind eine besondere
Sorte Mensch. Ich gewöhne mich daran, dass mein Hund mir sagt wo es
lang geht. Er buddelt seine Pappnase in den frischen Schnee, ich bleibe
geduldig stehen und lerne Lektion Nr. Eins. Dann wird ausgiebig an jedem
Eckchen geschnüffelt, er ist sehr wählerisch wo er sein Beinchen
hebt.
Zu Hause wartet mein nicht mehr
ganz so frischer Kaffee. Immer noch Lektion Nr. Eins. Geduld ist eine Tugend,
leider bin ich nicht mit gesegnet. Jetzt begreife ich langsam, warum ich
die Hundesprache auf einmal verstehen kann, ich höre sie wie Menschensprache.
Marlo hat meine Unarten 3 Jahre geduldet, jetzt ist es Zeit meine Gewohnheiten
zu überdenken.
Wir gehen einträchtig nebeneinander
her, Marlo schwanzwedelnd und bellend seine Fellfreunde begrüßen,
ich wie immer in Gedanken mit Kopfkino beschäftigt.
Friedlich mit stillem Einverständnis
traben wir nach Hause. Mein Kaffee ist kalt, doch das macht nichts. Marlo
macht sich zum Schläfchen an meiner Seite breit. Er zwinkert mir unter
seine Ponyfransen zu: “Na geht doch, warum nicht immer so?“
Meine Lektion Nr. Zwei, miteinander
reden, die Bedürfnisse derer, die mir so sehr am Herzen liegen, erkennen.
Nichts ist so schädlich wie gedankenlose Gewohnheiten. Versprochen
Marlo, ich bessere mich.
| Gleich gehen wir
mit den Freunden durch die Marsch, haben alle Zeit der Welt, für euch
und uns... |
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Es ist ein wunderbarer
Tag. |
| "Gute Nacht kleiner
Marlo", seine bernsteinfarbigen Augen schauen mich einmal kurz an. Er streckt
mir seinen Bauch entgegen. Alle vier Pfötchen in die Luft gereckt.
Dann flüstert er: "Sei einfach ruhig, es ist jetzt Kuschelzeit." |
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