Auf Kriegsfuss…
Also ich gebe es zu, mit der
Technik und der Orientierung steh ich auf Kriegsfuss.
Auf dem Brustgeschirr meine Hundes
könnt ihr den Hinweis lesen: “Blondinenführhund“.
Das hat seinen tieferen Grund.
Einmal kommt man sehr schnell
mit kommunikativen Menschen ins Gespräch.
Dann nehme ich mich gerne selber
auf die „ Schüppe“, so beuge ich den Spott mir Nahestehender vor.
Eine liebe Freundin gab mir den
Rat, mein Handy so einstellen zu lassen, dass man mich wiederfinden kann.
Ich kann sie verstehen, denn sie hat mich mal per Handy aus einem normalen,
mir auch bekannten Naherholungsgebiet herausgelotst.
Mir ist nicht bekannt, dass da
schon mal ein Mensch verloren ging.
Mit der Technik ist es auch so
etwas.
Mal ehrlich, wie viel Zugangsdaten
braucht heute ein Mensch?
Mailadressen, Passwörter,
Kennwörter, Pins, u.s.w.
Das kann sich doch kein normaler
Mensch merken.
Das war früher einfacher.
„Unser Omma“, musste keinen
Herd oder Kaffeemaschine programmieren.
Sie kochte wunderbar auf dem
Kohleherd.
Beim Einkochen von Obst und
Gemüse war der normale Menschenverstand gefragt.
Für den Gebrauch eines
Luftgewehres mit dem „ Omma“ die Schweinediebe verjagte,
war auch kein Besuch an der
Technischen Hochschule nötig.
Heute ist es mir gelungen den
Herzallerliebsten, mir sehr wichtigen Mann an meiner Seite, zur Verzweiflung
zu treiben. Das ist, wenn ihr mich kennt nicht schwer.
Gut das die Kritik von ihm telefonisch
kam und drei km Luftlinien zwischen uns lagen.
Da gibt man sich alle Mühe,
diesen Menschen zu beeindrucken und was mach ich?
In aller mir zur Verfügung
stehender Unschuld, lösch ich wichtige Mail-Adressen,
kenn dann auch nicht die nötigen
Zugangsdaten.
Vor mir liegt ein beschriebenes
Blatt mit ALLEN Daten, leider stimmen die wenigsten.
Wie kann denn so etwas sein?
Gibt es einen bösen Geist,
der mich zurück in die Steinzeit haben möchte?
Jetzt setze ich mich ganz ruhig
hin, rufe in mein Gedächtnis meine herausragenden positiven Eigenschaften
auf.
Was habe ich gelernt?
ICH bin der wichtigste Mensch
in meinem Leben.
ICH bin liebenswert, verträglich,
humorvoll, tierlieb, Menschenfreund.
ICH bin eine gute Mutter, Omi,
Freundin, Nachbarin.
So jetzt geht’s mir schon besser.
Da werde ich jetzt mal einem
Lektor diese Schreiben senden.
Den Versuch hatte ich letzte
Woche schon einmal.
Da hat mir die Technik einen
Streich gespielt.
Bei dem Versuch einige Kurzgeschichten
als Anlage meiner Mail beizufügen, war diese Mail schon beim Empfänger,
dabei hatte ich nicht mal auf senden geklickt.
Dieses Problem hatte Omma nie.
Ach was ich noch vergessen habe.
ICH bin eine fröhliche
und glückliche Frau.
Was kratzt mich die Technik.
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