Wer mit einem Hund viel unterwegs
ist, und selbst auch aufgeschlossen für Gespräche ist, der erfährt
viele Geschichten.
Die Frau, die mir erzählte,
dass ihre Tochter direkt nach der Geburt schon brüllte: ICH kann alles
alleine, auch mich selbst wickeln.
Der Mann, gerade erst sechzig,
jammerte, dass die Kinder ihn behandelten, als sei er ein Tattergreis.
Vieles ist so tröstlich.
Bei einigen Erzählungen
findet man sich selbst wieder.
Als ich mal weinte, weil meine
Tochter schon wieder mal abends ins Krankenhaus gefahren werden musste,
um eine klaffende Wunde zu nähen, ahnte ich, jetzt geht es erst los.
Dieses Kind, bekomm ich nicht
groß, schluchzte ich.
Die Süße war erst
vier und in regelmäßigen Abständen, wurde sie eingegipst,
genäht und verarztet.
Das habe ich alles mit Würde,
mehr oder weniger, ertragen und bewältigt.
Schlimmer war es dann mit den
seelischen Verletzungen oder herzzerreißender Liebeskummer.
Da war Beistand bei misslungenen
Klassenarbeiten nötig.
Partys wurden organisiert.
Mamataxe wurde benötigt
für Disco und Feten.
Wie viele Umzüge ich schon
organisiert habe zu weit entlegenen Studienorten,
kann ich kaum noch aufzählen.
Ich turnte auf Leitern herum
um die Studentenbuden zu streichen, transportierte Möbel in Lieferwagen,
war verfügbar, wenn erwünscht.
Nie gab ich unerwünschte
Ratschläge und hielt mich aus Beziehungskriesen heraus.
Dann kommt die Zeit, da bildet
man sich ein, das Leben hat dich so geformt, dass du deinen Mann/Frau stehst.
Du bist geistig gesund, fröhlich
und schaffst mühelos deinen Alltag.
Rufst deine Kinder nicht ständig
an und erbittest ihre Hilfe.
Kannst selbstständig laufen
und essen.
Bist durch den Tod deines Partners,
nur für dich selbst verantwortlich und genießt dann auch deine
persönliche Freiheit.
Dann aber….
Es passiert, dass du noch einmal
die Liebe erlebst.
Was dann…?
Die Kinder die immer froh waren,
dass du unsichtbar im Hintergrund bist, doch da, wenn sie dich brauchen….
Soll ich weiter schreiben?
Ja diese Kinder werden plötzlich
munter.
Was machst Du?
Du bist so dünn geworden…
Du bist ständig unterwegs…
Wir telefonieren ständig
hinter dir her…
Wie, du willst mit IHM/IHR zusammen
ziehen…
Sei vorsichtig…
Wir machen uns Sorgen…
Mach keine Fehler…
Kommst du aus dem Mietvertrag
heraus?
Komm nachher nicht und jammere
uns die Ohren voll…
Das war es dann – ich bekam einen
Lachkrampf….
Einen Wutanfall….
Was erlebt ihr, die ihr plötzlich
unmündig an der Hand der Kinder durchs Leben
stolpert.
Was macht man mit Eltern – die
glauben –sie können noch ihr Leben
selbstbestimmt meistern?
Tragt ihr es mit Humor?
Gibt es einen Geheimtipp?
Bitte verratet ihn mir.
Denn, MEIN Leben finde ICH schön.
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